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Die pädagogische Arbeit in der Kindertagespflege

Jede pädagogische Arbeit bedarf Klärung folgender Fragen: Wie wird das Kind gesehen? Was wird dem Kind zugetraut? Was soll durch das erzieherische Handeln erreicht werden? Grundlegend zur Beantwortung dieser Fragen ist das „Bild vom Kind“. Dieses soll daher im folgenden Abschnitt erklärt werden.

Das Kind wird als eigenständige Persönlichkeit gesehen mit individuellen Wünschen und Interessen. Daher müssen die Kinder in ihren Fragen und Gefühlen ernstgenommen und mit Respekt und Anerkennung behandelt werden. Das natürliche Streben des Kindes nach Selbstständigkeit wird von den Mitarbeiterinnen der Kindertagespflege unterstützt. Den Kindern wird die Freiheit gegeben sich auszuprobieren, eigene Erfahrungen zu sammeln und „Fehler“ machen zu können. In der Kindertagespflege wird ihnen zudem Zeit, Raum und Material für die Umsetzung eigener Ideen geboten. Die Selbstständigkeit des Kindes ist daher nicht nur das Ziel, sondern auch die Basis der Arbeit in der Kindertagespflege. Dabei wird nach dem Motto vorgegangen: „So viel Unterstützung wie nötig und so wenig wie möglich.“ Auf diese Weise kann sich jedes Kind in seinem individuellen Lerntempo entwickeln und entfalten.

Ein weiterer Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit in der Kindertagespflege ist die Nutzung der natürlichen Neugier des Kindes. Kinder haben ein inneres Bedürfnis danach ihre Umwelt zu entdecken und zu erforschen. Sie müssen daher nicht zum Lernen überredet, sondern lediglich darin begleitet und unterstützt werden. Aufgabe der Fachkräfte ist es, auf die aktuellen Interessen und Themengebiete einzugehen, indem sie den Kindern angemessene Impulse und Anregungen bieten. Diese werden so konzipiert, dass jedes einzelne Kind dort abgeholt wird, wo es gerade steht.
In der Kindertagespflege wird eine Atmosphäre geschaffen, die durch Zuneigung und Geborgenheit geprägt ist. Die Fachkräfte agieren dabei als Vorbilder sowie als Tröster, die verstehen und mitfühlen. Gerade bei den Kleinsten sind ein sicherer Raum und eine feste Bezugsperson von äußerster Wichtigkeit.

Durch Struktur und Rituale wird den Kindern Sicherheit gegeben, sodass sie sich auf ihre Entwicklung und täglichen Herausforderungen konzentrieren können. Rituale geben Orientierung in einer für sie neuen Umgebung, zudem geben sie auch Sicherheit und das Gefühl der Zugehörigkeit zur Gruppe. Diese positiven Eigenschaften werden in Begrüßungs- und Abschiedsritualen, wiederkehrenden Kreisspielen und Liedern, sowie beim Tischspruch vor dem gemeinsamen Essen genutzt. Ein fester Tagesablauf mit immer wiederkehrenden Elementen dient den Kindern als Uhr und Leitfaden durch den Tag.

Durch thematische Projekte werden die Interessen der Kinder aufgearbeitet und geweckt. Beispielsweise spiegelt sich das Thema „Apfel“ im Herbst bei der Liederwahl, in Vorlesesituationen, bei der Gestaltung des Raums sowie bei Gestaltungsaktionen wieder. Hier können sich die Kinder auf vielfältige Weise mit einem bestimmten Themengebiet auseinandersetzen und neue Erkenntnisse erlangen.

Wesentlicher Bestandteil sind offene und geleitete Spielangebote. Bei offenen Spielangeboten ist der Raum ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Durch die Gestaltung einer Puppenecke, eines Bauteppich sowie durch das Bereitstellen von Materialen (Magnete, Malutensilien, Puzzle, Knete etc.) werden die Kinder zum Spielen motiviert. Gerade bei den Kleinsten ist eine Erfahrung über die Sinne wichtig. Hierzu bieten sich Materialen wie Schaum, Wasser und Sand als Impulse an. Geleitete Spielangebote finden unter anderem im Morgen- und Abschlusskreis, aber auch in der Turnhalle und während der freien Spielzeit statt. Hierunter fallen beispielsweise Finger-, Klatsch- und Bewegungsspiele.

 

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